Freiheit vom Gesetz: Eine paulinische Formel? Paulus zwischen jüdischem Gesetz und christlicher Freiheit.

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Die Formel „Freiheit vom Gesetz“ gilt weithin als prägnante Zusammenfassung eines paulinischen Kernanliegens, wenn nicht gar der paulinischen Theologie als solcher.
Zugleich bildet diese Formel eine der wichtigsten Bruchinien sowohl im Prozess einer Trennung der Wege zwischen Judentum und Christentum als auch in der Frage nach der Kontinuität zwischen Jesus und Paulus.
Insbesondere der Galaterbrief wird dabei oft als Zeugnis einer paulinischen Freiheit gegenüber dem jüdischen Gesetz gewertet. In ihm taucht allerdings die Formulierung selbst nicht auf. Hingegen findet sie sich in zahlreichen Bibelausgaben und bibelkundlichen Übersichten zum Galaterbrief, vor allem in den Perikopenüberschriften der Herausgeber:

„Befreiung vom Gesetz durch Christus“ (Luther 1984, Gal 4,1–7)
„Glaube als Freiheit vom Gesetz“ (Gute Nachricht, Gal 3–4)
„Befreiung aus der Knechtschaft des Gesetzes“ (Elberfelder, Gal 4,1–31)
„Aus der Sklaverei des Gesetzes befreit“ (Neue evangelistische Übersetzung, Gal 4,1–11)
„Nicht mehr Gefangene des Gesetzes“ (Hoffnung für alle, Gal 4,1–7)
„Nicht mehr Sklaven des Gesetzes“ (Neue Genfer Übersetzung, Gal 3,26–29)
„Befreit vom Gesetz“ (Das Buch, Gal 4,1–7)


Quelle: Baum, A. / Häußer, D. / Rehfeld, E. (Hg.): Der jüdische Messias Jesus und sein jüdischer Apostel Paulus (WUNT II/425) – Tübingen: Mohr Siebeck 2016, S. 265-316 (1.3 MB)

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