Die unreinen: unberührbar, ungeliebt?

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Jesus und die Außenseiter (Teil 2)

Im ersten Teil dieser Serie haben wir uns der Frage gewidmet, wie verhasst die Zöllner im Judentum wirklich waren. In diesem Teil wenden wir uns nun einer anderen Personengruppe zu: Den Unreinen. Sie werden zwar in christlichen Predigten selten als „verhasst“ bezeichnet, aber dafür oft als „ausgestoßen“, „ausgegrenzt“ oder „marginalisiert“. Sie dienen als Vorzeigebeispiel für die Grausamkeit und Menschenfeindlichkeit eines gesetzlichen Judentums. Und Jesus erscheint dann als der Retter, der Menschen aus der Knechtschaft dieses falschen Systems befreit, indem er die Reinheitsgebote für ungültig erklärt oder sich souverän darüber hinwegsetzt. Aber ist das wirklich so? Ein genauerer Blick zeigt, dass viele dieser Ansichten von christlichen Vorurteilen und Missverständnissen geprägt sind. Denn erstens waren Unreine in der jüdischen Gesellschaft weder ausgestoßen noch marginalisiert, noch hat Jesus die biblischen Reinheitsgebote je in Frage gestellt. Aber nähern wir uns den Texten Schritt für Schritt:

Schritt 1: „Jüdische“ oder „biblische“ Reinheitsgebote?

Es ist interessant, dass Christen oft von den „jüdischen Reinheitsvorschriften“ sprechen, statt von den „biblischen  Reinheitsvorschriften“. Es scheint für sie ganz selbstverständlich zu sein, solche „jüdischen Vorschriften“ als etwas Unnötiges, Überholtes oder Liebloses darzustellen. Aber diese Vorschriften waren ja keine Erfindung des Judentums, sondern sie stehen in der Bibel. Derselben Bibel, die auch Christen als Gottes Wort ansehen. Wer also solche Kritik äußert, der wendet sich damit nicht nur gegen das Judentum, sondern gegen seine eigene Bibel. Ohne es zu merken, übernehmen hier viele Christen hier ganz selbstverständlich die Ergebnisse und Methoden der Bibelkritik des 18. und 19. Jahrhunderts: Damals distanzierte man sich deutlich von der Bibel, überall da, wo man sie für „unaufgeklärt“ und unvernünftig hielt. und man bewertete ihre Inhalte als „jüdischen Aberglauben“. Jesus äußert solche Kritik an der Bibel aber nicht. Für ihn gilt sie ganz selbstverständlich als Gottes Weisung für die Menschen.

Schritt 2: Die biblischen Reinheitsgebote verstehen

Viele christliche Missverständnisse entstehen dadurch, dass wir als Christen mit den biblischen Reinheitsgeboten nicht sehr vertraut sind. Daher erscheint in unserer modernen Umgangssprache „Unreinheit“ als etwas Verbotenes, Sündiges, Ekliges und Ansteckendes. Ein Blick in die Bibel zeigt jedoch, dass alle diese Kategorien nichts mit dem zu tun haben, was „Unreinheit“  wirklich bedeutet. Unreinheit ist in der Bibel weder verboten, noch sündig, noch abstoßend. Im Gegenteil, die meisten Israeliten waren vermutlich die meiste Zeit ihres Lebens unrein. Reinheit war eher der Ausnahmezustand, Unreinheit eher der Normalzustand. Das wird schnell deutlich, wenn man sich die Reinheitsvorschriften der Bibel genauer ansieht. Sie stehen (vor allem) im 3. Buch Mose, Kap. 11-15 und im 4. Buch Mose, Kap. 19. Dort werden verschiedene Ursachen für Unreinheit beschrieben. So sind etwa Frauen während ihrer Monatsblutung, aber auch noch einige Tage danach, unrein. Ehepaare, die mit einander schlafen, sind anschließend unrein. Man kann sich leicht ausrechnen, dass allein diese beiden Personengruppen, zusammen genommen, in der jüdischen Gesellschaft einen recht großen Anteil ausmachen.

Hinzu kommen noch Menschen, die mit Toten in Berührung kamen und solche, die eine bestimmte Sorte von Hautkrankheit hatten („Aussatz“, der übrigens nicht mit der modernen Lepra verwechselt werden sollte), oder auch Blutungen. Nimmt man außerdem noch hinzu, dass solche Unreinheit in bestimmten Fällen auch durch Berührung oder durch Gegenstände übertragen werden konnte, dann wird deutlich: Kam eine Gruppe von Juden zusammen, etwa in einer Synagoge oder auf dem Marktplatz, konnte man in der Regel davon ausgehen, dass einige von Ihnen, wenn nicht die meisten, unrein waren. Das war aber, aus biblischer Sicht, auch gar nicht schlimm. Solange sie nicht vorhatten, in den Tempel zu gehen. Man musste sich also weder aus dem Weg gehen noch die Unreinen „ausschließen“. Man konnte mit einander reden, man konnte sich berühren (nicht jede Berührung überträgt Unreinheit), man konnte normale soziale Kontakte pflegen. Nur derjenige, der vorhatte, noch am gleichen Tag in den Tempel zu gehen, musste bestimmte Regeln im Umgang mit seinen unreinen Mitmenschen einhalten. Und Priester mussten natürlich von Berufs wegen darauf achten, sich nicht zu verunreinigen, solange sie im Tempel Dienst taten.

 Schritt 3: Verschiedene Sorten von Reinheit unterscheiden

Verwirrung entsteht bei vielen Christen auch deshalb, weil sie verschiedene Sorten von Reinheit durcheinander mischen, die in der Bibel streng von einander unterschieden werden. Bisher haben wir uns nur die biblischen Gebote angesehen, in denen es um unreine Personen ging und um die Reinheit, die man für einen Besuch im Tempel benötigt. Solche Unreinheit war, wie gesagt, weder verboten noch anstößig. Diese Art von Unreinheit war außerdem nicht von Dauer, sie endete nach bestimmten Zeitabschnitten oder konnte durch eine Waschung beendet werden. Davon streng zu unterscheiden sind zwei andere Sorten von Unreinheit, die sich auch in der Bibel finden: Zum einen die Unreinheit von Tieren und zum anderen Unreinheit im „übertragenen“ Sinn. Unreine Tiere, deren Genuss verboten ist, werden in 3. Mose 11 aufgezählt. Diese Unreinheit unterschiedet sich von der menschlichen Unreinheit ganz grundsätzlich: Sie ist erstens verboten und zweitens von Dauer. Unreine Tiere zu essen, ist also Sünde, im Gegensatz zur bisher beschriebenen menschlichen Verunreinigung. Aber: Im Gegensatz zur menschlichen Unreinheit wird sie nicht durch Berührung weitergegeben.

Die dritte Art von Unreinheit schließlich ist eigentlich gar keine echte Unreinheit im Sinne des biblischen Gesetzes. Aber manche biblischen Texte sprechen im übertragenen Sinn von „unreinen Gedanken“, von „unreinen Geistern“ oder von „unreinen Völkern“. Diese Art von Unreinheit hat natürlich, anders als die bisherigen, auch einen wertenden und moralischen Aspekt. Solche Unreinheit sollte gemieden werden, sie ist mit Sünde vergleichbar und kann nicht durch Tauchbäder abgewaschen werden. Sie ist aber, wie gesagt, im engeren Sinne keine „echte“ Unreinheit.

Schritt 4: Die Anwendung der Reinheitsgebote im Alltag

Missverständnisse entstehen bei vielen Bibellesern auch dadurch, dass sie Bibeltexte nicht in ihrem historischen Zusammenhang lesen, sondern sie als zeitlose Gesetze betrachten, die zu jeder Zeit in gleicher Weise Anwendung fanden. Das ist aber für viele biblische Gebote nicht der Fall, weil sie in eine bestimmte Zeit und Situation hinein geschrieben wurden. So gibt es etwa in 3. Mose  13,45-46 eine Bestimmung, der zufolge Aussätzige außerhalb des Lagers wohnen mussten, ihre Kleider zerreißen, die Haare lose und den Bart verhüllt tragen sollten. Daraus wird oft geschlossen, dass auch zur Zeit Jesu jeder Aussätzige einsam außerhalb von menschlicher Gesellschaft wohnen musste und, sobald er sich einem Menschen näherte, „Unrein, unrein!“ rufen musste, damit sich niemand ihm nähert. Beim genaueren Hinsehen ist dieser Schluss aber nicht zulässig: Denn erstens wissen wir nicht, ob die Vorschrift im 3. Buch Mose einen Dauerzustand beschreibt („jedes Mal, wenn ein Mensch sich nähert, muss er rufen „unrein, unrein!“), oder eine einmalige Handlung (wie beim Erhalt einer Trauernachricht zerreißt ein Mensch seine Kleidung, verhüllt sein Gesicht, löst seine Haare und macht damit seinen Aussatz der Allgemeinheit kund). Zum Zweiten lesen wir in den jüdischen Quellen der Zeit Jesu nichts davon, dass dieses Gesetz tatsächlich Anwendung fand. Vermutlich handelte es sich also um eine Regelung, die nur zur Zeit der Wüstenwanderung von Bedeutung war, als alle Israeliten zusammen in einem Lager wohnten, und die Stiftshütte sich mitten im Lager befand.

Zur Zeit Jesu jedenfalls, so lesen wir es in den jüdischen Quellen, wohnten Aussätzige ganz normal mit ihren Familien in den Dörfern. Nur innerhalb der Stadtmauern von Jerusalem durften sie nicht wohnen, denn hier stand der Tempel, vergleichbar mit der Stiftshütte im Lager der Israeliten zur Zeit der Wüstenwanderung (vgl. Sifre zu Num 5,3; Sifra zu Lev 13,46; Tosefta Kelim Baba Qama 1,12; Midrasch Rabba zu 4. Mose 5,2; Josephus Ap 1,31; Bell 5,227; Ant 3,264). Später wurde dieses Verbot dann auch in einigen anderen größeren Städten eingeführt. In Orten wie Nazareth, Kapernaum oder Bethsaida allerdings wohnten Aussätzige ganz normal mit ihren Familien zusammen. Sie konnten am Gottesdienst in der Synagoge teilnehmen (Mischna Nega’im 13,12), sie gingen wie alle anderen Menschen auf dem Markt einkaufen (Midrasch Rabba zu 3. Mose 14,3), und sie konnten heiraten und Familien gründen (Bab.Talmud, Ketubot  77b, Tosefta Nega’im 8,6). Natürlich berichten die Quellen auch von Menschen, die in der Öffentlichkeit einen Bogen um Aussätzige machten oder sie sogar mit Steinen bewarfen (Midrasch Rabba zu 3. Mose 14,3). Aber solche Berichte zeugen eher von der Engstirnigkeit einzelner Personen als von der grundsätzlichen Haltung des Judentums.

Moderne Darstellungen von Aussätzigen oder Unreinen, die ausgestoßen am Rande der Gesellschaft lebten, von allen gemieden, von ihren Familien verlassen und von niemandem berührt, entstammen also eher einer Phantasie, der es darum geht, das Judentum als besonders unbarmherzig zu brandmarken. Verbreitet wurde dieses Bild etwa durch Filme wie den Klassiker „Ben Hur“, in dem die Aussätzigen in Höhlen vor der Stadt hausen, in denen sie niemand besuchen durfte, und in die Essensreste nur an einem langen Seil hinabgelassen wurden. Solche Bilder prägen sich ein und finden dann auch den Weg in christliche Predigten. Der jüdische Alltag aber sah, wenn wir den Quellen glauben können, ganz anders aus: Zwar hielt man sich an die biblischen Reinheitsgebote. Aber viele gesetzliche Regelungen dienten dazu, Unreinen ein normales Alltagsleben in der jüdischen Gesellschaft zu ermöglichen

Schritt 5: Die Pharisäer verstehen

Um den Umgang Jesu mit Fragen der Reinheit und Unreinheit zu verstehen, müssen wir zuletzt auch noch einen Blick auf die Bewegung der Pharisäer werfen. Sie hatten nämlich in Fragen der Reinheit noch einmal andere Ansichten, die über die biblischen Gebote hinausgingen. Die Pharisäer waren eine jüdische Volksbewegung, der es (unter anderem) darum ging, priesterliche Reinheit nicht nur im Tempel, sondern auch im Alltagsleben zu verwirklichen. Sie beriefen sich dabei auf das Gebot Gottes: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ (2. Mose 19,6). Die Devise der Pharisäer lautete nun: Reinheit brauchen wir nicht nur für den Tempel in Jerusalem, sondern auch in unseren Häusern und auf unseren Straßen. Jeder von uns sollte sich bemühen, in seinem Alltag so zu leben, als wäre er ein Priester in Jerusalem. Besonders galt das für die Mahlzeiten, die man einem Gottesdienst gleichsetzte. Archäologische Funde, aber auch schriftliche Quellen belegen, dass diese Neuerung der Pharisäer bei der breiten Bevölkerung großen Anklang fand. Viele Menschen begannen offenbar in dieser Zeit, biblische Reinheitsgebote, und vor allem Reinigungsrituale, auch im Alltag umzusetzen

Diese Verschärfung der Reinheitsgebote bedeutete nun, dass man auch zu Hause, z.B. in Nazareth oder Kapernaum, die notwendigen Waschungen vollzog, die bisher nur in Jerusalem nötig waren. Es konnte bedeuten, dass man darauf achtete, sich nicht durch Berührung eines Unreinen selbst zu verunreinigen. Denn man sparte dann die Mühe einer erneuten Reinigung. Wer bequem war, mied also z.B. den Kontakt mit unreinen Personen. Vor allem aber wurde es üblich, dass man sich vor den Mahlzeiten die Hände wusch, damit Unreinheit nicht über die ungewaschenen Hände und das Essen auf den eigenen Körper überging (vgl. Mk 7,3-4). Diese Regelungen waren jedoch Neuerungen, die sich in der Bibel selbst so nicht finden. Und sie konnten dazu beitragen, dass Menschen zu anderen Menschen auf Abstand gingen, wenn sie Sorge hatten, sich durch eine falsche Berührung unnötig zu verunreinigen. Unterm Strich war das aber eine Frage der Bequemlichkeit und der Ängstlichkeit, nicht des jüdischen Gesetzes.

Schritt 6: Jesus und die Reinheitsgebote

Nach dieser, zugegebener Weise etwas komplizierten, Annäherung an die biblischen Reinheitsgebote und ihre Erweiterung im frühen Judentum können wir uns nun abschließend der Frage zuwenden, wie Jesus mit diesen Geboten umging. Unreine Personen begegnen uns etwa bei der Heilung von Aussätzigen (Mk 1,40-42; Lk 5,12-14; Lk 17,12-19), bei der Heilung einer blutflüssigen Frau (Lk 8,43-48), beim Essen im Haus eines Aussätzigen (Mk 14,3). Liest man alle diese Geschichten einmal aufmerksam durch, dann stellt man fest: Obwohl viele Predigten gerade das zum Kernpunkt ihrer Predigt machen, hebt Jesus in keiner dieser Geschichten die biblischen Reinheitsgebote auf oder bricht sie. Im Gegenteil: Er fordert die Geheilten ausdrücklich dazu auf, sich dem Priester zu zeigen, und erkennt die Gültigkeit der Reinheitsgebote damit an. Nicht einmal mit den pharisäischen Zusatzregeln kommt er in Konflikt. Jesus bricht weder ein Tabu noch irgendwelche Gesetze, wenn er Aussätzige anfasst. Das haben auch andere Menschen zu seiner Zeit selbstverständlich getan, und es war ja auch nicht verboten. Anders als viele christliche Prediger brandmarkt Jesus auch die jüdischen Reinheitsgebote nicht als menschenfeindlich, überholt oder ausgrenzend.  Er hält sie schlicht und einfach ein, und zwar ganz selbstverständlich. Nur einmal gibt es Streit zwischen Jesus und den Pharisäern über Reinheitsfragen: Nämlich da, wo es um das Händewaschen geht und darum, ob Unreinheit von ungewaschenen Händen auf das Essen und von dort auch auf den ganzen Menschen übergehen kann (Mk 7,1-23).  Hier vertritt Jesus eine andere Ansicht als die Pharisäer. Liest man diesen Text in seinem Zusammenhang, dann sieht man aber schnell, dass es hier nicht um einen grundsätzlichen Konflikt über die Reinheitsgebote geht, und schon gar nicht um eine Abschaffung der Speisegebote (siehe oben Schritt 3). Jesus hatte also in diesem Moment ganz sicher kein Schweinefleisch im Sinn, sondern („koscheres“) Essen, das mit ungewaschenen Händen gegessen wird.

Schritt 7: Das Wunder der Heilung oder das Wunder der Berührung?

Zurück zu den unreinen Menschen: Seit der Aufklärungszeit hat man immer wieder versucht, aus den Heilungsgeschichten der Bibel Geschichten von menschlicher Zuwendung zu machen, um das Wundersame wegzuerklären. Das gilt besonders für die Begegnungen Jesu mit unreinen Menschen: Jesus habe sich, anders als seine jüdischen Zeitgenossen, Unreinen Menschen zugewendet und sie nicht ausgeschlossen. Er habe sie angerührt, da wo andere sich voll Ekel abgewendet hätten. Das allein sei doch schon ein Wunder. Liest man jedoch die biblischen Geschichten aufmerksam, wird deutlich, dass es sich hier um einen doppelten Fehler handelt: Erstens steht nirgendwo, dass die Unreinen Menschen von anderen ausgestoßen, ausgegrenzt oder gemieden wurden. Wir müssen sogar das Gegenteil annehmen: Im Judentum hatte die Sorge für die Kranken einen hohen Wert, daher kann man davon ausgehen, dass gerade die Aussätzigen und die blutflüssige Frau von ihren Familien und Freunden viel Zuwendung bekamen. Darin besteht also nicht das Wunder. Das Wunder besteht auch nicht darin, dass Jesus die Vorstellung von Unreinheit für überholt oder antiquiert erklärt. Oder dass er die Unreinen einfach behandelt, als wären sie rein. Das Wunder besteht darin, dass Jesus die Kranken heilt. Und dadurch werden sie auch rein – natürlich erst, nachdem sie die nötigen Waschungen vorgenommen haben.

Wenn wir also die Geschichten von Jesus und den Unreinen lesen oder weitererzählen, dann sollten wir vor allem zwei Fehler vermeiden: Zum einen sollten wir das Judentum nicht schlechter machen als es war: Unreinheit war weder verboten noch sündig. Noch wurden Unreine im Judentum prinzipiell ausgestoßen oder ausgegrenzt. Wir sollten daher nur solche Aussagen über das Judentum machen (seien sie positiv oder negativ), die wir auch an antiken Quellen belegen können.

Zum zweiten aber sollten wir die neutestamentlichen Heilungsgeschichten nicht zu Geschichten der Berührung oder zu Geschichten des Gesetzbruches machen. Das mag zwar in die heutige Zeit besser hineinpassen und unseren Hörern besser gefallen. Es entspricht aber nicht dem, was die Geschichten eigentlich sagen möchten. Die Begegnungen Jesu mit Unreinen zeigen nicht, dass Jesus soziale Grenzen überschreitet oder jüdische Gesetze aufhebt. Sie zeigen, dass er der von Gott gesandte Retter ist, der Heilung und Veränderung schenkt.


Quelle: Die Unreinen: Unberührbar, ungeliebt? – Faszination Bibel 4/2013, S. 29-32 (11 MB)

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